Friedensverhandlungen werden nur halbherzig oder gar nicht unterstützt und Krieg fast schon gefördert ?! Warum? Darum!

Friedensverhandlungen werden nur halbherzig oder gar nicht unterstützt und Krieg fast schon gefördert ?! Warum? Darum!

Seit über vier Jahren herrscht Krieg zwischen der Ukraine und Russland, seit 2023 ist der Krieg zwischen Israel und dem Gazastreifen wieder entbrannt, seit Februar 2026 jetzt auch noch der Krieg Israels und der USA gegen den Iran  und ich frage mich, wo bleiben ehrliche, diplomatische Gespräche mit dem Willen zum Friedensschluss, um Wege zu finden, diese Kriege zu beenden und nicht die Konflikte noch anzuheizen durch Sanktionen und verbale Übergriffe.

  • Sind Kriege zielführend? NEIN!
  • Retten Kriege unsere Umwelt? NEIN!
  • Sind Kriege gut für den Klimaschutz? NEIN!
  • Haben Kriege schon jemals Leben gerettet? NEIN!

KRIEGE SIND EIN VERBRECHEN AN DER MENSCHHEIT UND AN UNSERER ERDE 

Viele rechtfertigen sich damit, dass Russland die Ukraine angegriffen hat? 

Nun, wie verhalten wir uns sinnvollerweise in einem Nachbarschaftskonflikt, wenn einer dem anderen etwas antut? Schenken wir dem Angegriffenen Pistolen und andere Waffen? Doch wohl nicht?! Wir versuchen zu schlichten und die Beteiligten an einen Tisch zu bekommen, DEN HINTERGRUND ZU ERFAHREN, um auf friedliche Weise eine Einigung zu erreichen. Denn mit Waffenlieferungen würden wir den Konflikt anheizen und es würden wahrscheinlich Unbeteiligte zu Schaden kommen und niemandem wäre wirklich geholfen.

Und gerade Deutschland, hätte die moralische Verpflichtung und auch ein hohes persönliches Interesse daran, Diplomaten zu schicken, Friedensverhandlungen zu fördern, zu veranstalten und eine Waffenruhe zu fordern, statt Waffen zu liefern!

WARUM WIRD DAS NICHT GEMACHT und von der Mehrheit der hier in Deutschland lebenden Menschen nicht gefordert? Warum keine Empörung über Waffenlieferungen, sondern vielmehr eine Zustimmung dazu?

Gibt es im Unterbewusstsein der Menschen in Deutschland persönliche Gründe dafür, sich mit dem kleineren Land Ukraine zu identifizieren und dem Riesenstaat Russland Paroli bieten und Rache für grausame Erlebnisse aus dem Zweiten Weltkrieg nehmen zu wollen?

Sind im Unbewussten noch Traumata aus eigener frühkindlicher Erfahrung? Zum Beispiel die Vertriebenen, die auf der Flucht waren, oder dessen Folgegenerationen, die jedes Trauma der Eltern und Großeltern und Ahnen im eigenen Blut noch als Information haben.

Wie ich darauf komme? Traumatische Erfahrungen können nicht nur für den Traumatisierten an sich, sondern auch über Generationen hinweg Auswirkungen haben. Studien haben gezeigt, dass traumatische Erfahrungen der Eltern epigenetische Veränderungen in deren Erbgut verursachen können, die sich sogar auf die nachfolgenden Generationen auswirken, wie ich auuch erfahren durfte. Warum?

Meine Mutter wurde 1940 in Oberschlesien geboren und hat 1945 die Vetreibung und Flucht nach Westdeutschland selbst er- und durchlebt. Immer mit der Angst als kleines Mädchen vor den russischen Soldaten und deshalb ruhig zu sein. Sie war jedoch ein redefreudiges und sehr interessiertes Kind.

Diese Flucht hatte Auswirkungen auf sie, die ihr und mir schon gar nicht bewusst sind und waren. Jedoch bei näherem Hinschauen hatten ihre traumatischen Erlebnisse auch Konsequenzen für mich und mein Leben.

Wenn ich mich an meine Kindheit erinnere, dann denke ich an meine vielen Alpträume über Flucht, Angreifende und Wegrennen und dass ich eine wahnsinnige Angst vor Feuer und Hausbränden hatte. Warum wusste niemand. Jetzt bin ich 62 und erkenne langsam den Ursprung dieser damaligen Träume und Befürchtungen.

Oder gerade jetzt habe ich wieder abends vermehrt die Angst, ich darf nicht einschlafen, denn wenn ich das tue, wache ich dann wieder auf? Panik und ich schrecke hoch, mache das Licht an und bin wieder zurück in meinem Schlafzimmer. Das ist das erste Mal seit etwa über zwanzig Jahren wieder der Fall. 

Durch meine Beschäftigung mit der Möglichkeit dass man, Trauma auch ererbt haben kann, erkenne ich langsam, dass das die Ängste meiner Großmutter und Mutter während der Flucht gewesen sein könnten, die ich jetzt unbewusst habe. Nämlich vor der Gefahr des Sterbens, wenn man bei Eiseskälte einschläft.

Ich bin fest davon überzeugt, dass die Vererbung von Traumata über Generationen hinweg sowohl Leid beim Einzelnen als auch im Allgemeinen, fatale Wirkungen verursacht.

Wenn man bedenkt, dass Schätzungen zufolge allein in Schlesien zwischen 1944 und 1947 mehrere Millionen Menschen vertrieben worden sind und dass diese „Erlebnisse“ während der Flucht langfristige psychologische Auswirkungen haben können und darüber hinaus diese traumatischen Erfahrungen auch über epigenetische Mechanismen auf zukünftige Generationen übertragen werden,

Ist das vielleicht der Grund dafür, dass sich hier in Deutschland so wenige für Friedensverhandlungen einsetzen und lieber auf Waffenlieferungen an die Ukraine setzen?

Besonders wenn man weiß, dass auch aus anderen Gebieten z.B. Ostpreussen, Siebenbürgen u.v.m. Menschen fliehen mussten.

Insgesamt ist eine Vertreibung und Flucht von Menschen ein furchtbares traumatisches Ereignis, das tiefe Spuren in der Geschichte und im Gedächtnis derjenigen hinterlassen hat, die es erlebt haben, sowie in ihren Nachkommen. Und das sind viele in Deutschland. Gerade auch die geburtenstarken Jahrgänge.

Doch kann man ein Feuer mit Benzin löschen? Nein!

Aber wir können Frieden schaffen,

  • indem wir in uns selbst erstmal Frieden und Klarheit schaffen,
  • indem wir uns und anderen vergeben
  • indem wir uns mit unserem Unterbewusstsein, samt Trauma, Überzeugungen und Ängsten beschäftigen,
  • indem wir uns friedlich für den Frieden engagieren,
  • indem wir demonstrieren (Friday For Peace), weil dies auch gleichzeitig für den Umwelt- und Klimaschutz eine Voraussetzung ist. Was ist wohl der  CO2- Fussabdruck einer einzelnen abgefeuerten Kriegsrakete, oder des gesamten Krieges in der Ukraine oder der anderen jetzt stattfindenden weltweiten Kriegsschauplätze???

Auch Gipfeltreffen, die ja zur Verständigung der Staaten beitragen sollen, wurden und werden oft von gewaltbereiten Demonstrationen begleitet. Man erinnere sich an den G20 Gipfel in Hamburg, als dieser zu Ende gegangen war. Es hatte Ausschreitungen mit hunderten Verletzten und unzähligen Geschädigten gegeben. Die Empörung und das Entsetzen war groß, dass so etwas wieder passieren konnte. Schon im Vorfeld gab es Demonstrationen und Widerstand gegen Gipfelgespräche im Allgemeinen. Warum? Es sind doch Gespräche und das ist eine Form von Diplomatie. Jedenfalls finde ich es befremdlich und unbegreiflich, dass gegen dieses Treffen überhaupt protestiert und dann auch noch gewalttätig demonstriert wurde und wird. Wer hat denn was davon, wenn diese Begegnungen nicht mehr stattfinden? Doch nur Leute, die das demokratische System schwächen wollen, oder aus dem Gegenteil vom miteinander kommunizieren, also dem Krieg, profitieren.

Wir haben alle gut reden, wir die „Nachkriegs-Geborenen“ haben keinen 1. oder 2. Weltkrieg erlebt. Wir lesen oder hören hier in Deutschland glücklicherweise nur von Kriegen, da kann man gut gegen Gespräche oder gegen diplomatische Lösungen sein.

Warum also die Abneigung gegen Gespräche?

Kann es sein, dass die Menschen, als Kind, nur immer Worte und keine Taten gesehen haben? Zum Beispiel Versprechungen, die nicht eingehalten worden sind? Sei es bei den Eltern, die etwas versprechen, damit die Kleinen erst mal abgelenkt und ruhig sind. Oder die Politik, die vor den Wahlen sehr viel zusagt und danach ihren Worten keine Taten folgen lässt. Andererseits, wenn ich mich so insgesamt in unserer Gesellschaft umschaue, sehe ich Zorn bei „Wutbürgern“, bei den gewaltbereiten Demonstranten oder Fußballfans, bei Personen, die Flüchtlinge angreifen, bei Menschen, die Wildfremde plötzlich irgendwo herunterstoßen, oder bei Einem, der den Anderen mit dem Messer attackiert usw. Die Zeitungen sind voll davon.

Woher kommt diese Wut?

Ist es die Empörung, die Wut, die Trauer, die Ohnmacht, die diese Menschen als Kinder schon bei den Eltern oder in der Schule empfanden und die diese verdrängten und die sich jedoch jetzt immer wieder zeigt, wenn sie in Situationen geraten, die sie unbewusst daran erinnern. Kann es sein, dass Erfahrungen und Gefühle aus der Kindheit als Schatten noch heute durch das Leben vieler Individuen wabern und sie nur reagieren lassen?

Meiner Meinung nach müsste diese eigene Wut erst einmal vom Schattendasein befreit werden und ins eigene Bewusstsein wandern.

Doch wie gehe ich mit meiner mir nun bewussten Wut um?

Diese Frage, hat mich lange Zeit beschäftigt. Der wichtigste Schritt ist es, sich selbst zu erlauben, seine Wut zu akzeptieren und auszudrücken.

Oft versucht unser Verstand, uns davon abzuhalten, indem er Gedanken wie „Es bringt nichts, traurig oder wütend zu sein, denn die Vergangenheit kann man nicht ändern“ oder „Unsere Eltern haben ihr Bestes gegeben, also sollten wir nicht wütend sein“ erzeugt. Solche Gedanken können uns daran hindern, unsere Wut zuzulassen, geschweige denn sie zu äußern

Aber was tun, wenn man wütend ist und nicht weiß, wie man damit umgehen soll?

Der erste Schritt ist, den Verstand auszuschalten und die Emotionen zuzulassen. Man muss die Wut aktiv spüren, denn sonst könnte sie sich ungewollt, körperlich manifestieren. Es ist nicht leicht, Wut gegenüber geliebten Menschen zu empfinden, aber es ist wichtig, diese Wut zu sehen und anzuerkennen. Es ist sogar möglich, dass man sich wünscht, diese Person zu verletzen oder sich zu rächen. Solche Gefühle zu akzeptieren, ist wichtig, um körperliche Spannungen zu vermeiden, die zu Unwohlsein und Krankheiten führen können.

Wenn wir unsere Wut ignorieren, kann dies zu Gewalt führen, sei es uns selbst oder anderen gegenüber.

Unsere Gedanken können uns ein schlechtes Gewissen einreden, wenn wir uns wünschen, dass dem anderen etwas zustößt. Doch es ist wichtig, sich selbst zuzugestehen, solche Gefühle zu empfinden, natürlich ohne sie auszuleben.

Sich selbst zu erlauben, Wut zu fühlen und auszudrücken, ist ein Zeichen der Selbstliebe und öffnet den Weg zu einem offenen Austausch mit anderen, sobald die eigene Wut ausgelebt ist.

Es ist unmöglich, uns selbst zu lieben, zu respektieren und zu verstehen, wenn wir die Botschaften unserer eigenen Wut ignorieren.

Das Gebot „Du sollst nicht töten“ bedeutet nur, dass man andere nicht physisch verletzen soll, NICHT ABER, dass man sich verbieten sollte, Wut zu empfinden, für sich selbst auszudrücken und anzuerkennen.

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben diesen Beitrag zu lesen.

Schön, dass es Sie gibt.

Ihre

Brigitte H. Alsleben

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