Innenschau für den Inneren Frieden?!

Innenschau für den Inneren Frieden?!

Wir möchten den inneren Frieden haben,
jedoch nach innen schauen wir nicht.“

Matthew Arnold (1822 – 1888)

Was ist denn eigentlich „innerer Frieden“? Für mich bedeutet es, dass ich mit mir selbst ins Reine gekommen bin und dass ich ich mich ausgeglichen, gelassen und auch leicht und unbeschwert fühle.

Und besonders, ich nehme die Umstände an, wie sie sind und hadere nicht mit ihnen. Nein, stimmt nicht, es klappt noch nicht immer, aber immer öfter.

Also ich versuche nicht mit den Umständen zu hadern und versuche mich mit Gegebenheiten abzufinden, wenn ich nichts dagegen unternehmen kann.

Zum Beispiel, dass am Mittwoch Mittwoch und nicht Freitag ist, oder Montag nicht Sonntag ist. Kann man dagegen etwas unternehmen? Nein, also ist es doch nur selbstschädigend, wenn man darüber lamentiert. Dies ist ein Beispiel, wo ein Auflehnen gegen die Wirklichkeit, vollkommen unverständlich ist. Denn durch diese nörgelnden Gedanken machen wir uns unser Leben selbst schwer und erschaffen, durch die niedrige Energie eher negatives, das uns noch mehr den Inneren Frieden in uns raubt.

Es ist ein verschlungener Weg zum inneren Frieden. Denn es gibt bei mir auch heute noch immer wieder Angelegenheiten, Vorfälle oder Berichte, die meinen bei mir torpedieren. Ich werde unruhig, etwas mutloser und verfalle ins wenn-ich-das-hätte-dann-wäre-ich-Denken oder ins Wenn-ich-könnte-dann-würde-ich-Denken.

Sobald ich das bemerke, nehme ich meinen Hund und verziehe mich ganz allein in die Natur. Dort tanke ich mich auf, dort komme ich zur Ruhe, und dies dann lässt mich erkennen, was mir meinen Frieden geraubt hat, was bei mir als Knopf gedrückt worden ist. Zeigt mir also etwas, was noch unterdrückt in mir war.

Ein Spaziergang im Wald, im Grünen, im Park samt frischer Luft ist so heilsam. Es gibt auch verschiedene Studien, wie Zeit in der Natur zum Beispiel unseren Stresspegel senkt und die Heilung verschiedener Krankheiten unterstützt. In der Natur komme ich zu mir und meine Seele kann sich bemerkbar machen.

Sie sagen, „ach nee es ist Winter, kein Wetter zum Spazierengehen, wenn es dann auch noch neblig ist und keine Sonne scheint, nein Danke.“

Ja ich weiß, jetzt kommen wieder die Rufe nach Frühling und warum es nicht immer Sommer sein kann. Doch der kann nicht ohne Winter, ohne Ruhe- und Reifezeit kommen. Genauso wie wir nicht ohne Regeneration, z.B. Urlaub und Schlaf auskommen, so muss die Natur den Winter haben. Das ist auch so ein Beispiel das allgemeine Jammern über das Wetter? Kann man irgendetwas dagegen tun? Nein, also liegt es nicht in unserer Macht und es wäre geradezu töricht, sich darüber aufzuregen. Es ist, wie es ist. Wir haben noch bis 21. März Winter und da kann es sein, dass es auch mal ungemütlich ist und auch Schnee fällt. Manchmal auch noch im April, zumindest hier in den Bergen. (Auch wenn der meteorologische Frühling am 1. März anfängt. Wobei ich noch immer überlege , wie man eine Jahreszeit um es einfacher zu haben, drei Wochen vorverlegen kann, statt sie eine Woche oder etwas mehr nachzuverlegen? Aber das ist etwas, woran ich nichts ändern kann, also hinnehmen.

Wie ist es bei Ihnen?

  • Können Sie es ertragen, mindestens zehn bis fünfzehn Minuten allein einfach nur zu sitzen und nichts zu tun?
  • Keine Ablenkung, einfach nur seine Gedanken beobachten oder schweifen lassen?
  • Also eine Viertelstunde gewollte Langeweile? Fünfzehn Minuten nichts tun, sich nichts anhören, nichts im Fernsehen ansehen, nichts auf dem Smartphone betrachten aber auch gar nichts machen? Nur dasitzen?

Das können Sie sich nicht leisten? Auch wenn Sie wüssten, dass Sie sich selbst damit am meisten schaden und es manchmal vom sog. Schicksal auferlegt bekommen.

Ich konnte das früher auch nicht. Es war für mich das Schlimmste, denn dann wären manche Dinge hochgekommen, die ich doch so schön unter einer dicken Schicht aus Ablenkung, Beschäftigung und Arbeit verdrängt habe. Schnell einen Ausflug machen, oder Fernsehen an. Sich ergötzen am gezeigten, nachgespielten Leid im sog. Reality-TV.

Oder ich konnte zum Beispiel schwer allein sein, habe andere als Entertainer missbraucht. Ja sie haben richtig gelesen, es ist ein Missbrauch von anderen Menschen, nur weil man nicht gern allein ist, den anderen auf den Wecker zu gehen, ihn anzurufen im besten, oder am besten gleich vor der Haustür zu stehen im schlimmsten Fall. Heute gibt es zur Ablenkung und zum Zeitvertreib die sozialen Medien.

Jedoch mir geht es manchmal, zwar jetzt sehr viel seltener , noch ähnlich, ich will mich dann nicht mit mir selbst beschäftigen und bloss keine Zeit nur mit mir verbringen. Also auf zu Instagram. Ich habe es selbst bemerkt, wie oft ich in den letzten Monaten mich damit abgelenkt habe, statt mich auf hochkommende Gefühle einzulassen und zu sehen, was in mir noch nach meiner Aufmerksamkeit schreit, womit ich nicht im Frieden bin?

Als mir das bewusst wurde, habe ich mich dort bei Instagram für eine Woche ganz zurückgezogen und jetzt bin ich bewusst und mit Absicht immer mal wieder dort, weil ich es angenehm finde und viele nette Menschen kennengelernt habe. Es ist keine Ablenkung, sondern, wie eine Verabredung mit Bekannten.

Denn heute liebe ich es allein zu sein und es sind die kreativsten Zeiten. Mein Innerstes hat endlich die Möglichkeit, mir die bereits in mir selbst angelegten Lösungsvorschläge für meine Fragen oder Projekte zu unterbreiten.

Ich kann es nur empfehlen, probieren Sie es aus, wenigstens ein paar Minuten nur sich selbst und die hochkommenden Gefühle zu beobachten. Lassen sie auch Trauer, Wut, Ohnmacht, Ängste zu.

Denn auch wenn Sie diese weiterhin verdrängen wollen, diese ungewünschten Gefühle, die da hoch kommen, sind trotzdem da. Und die können ungewünschte Nebenwirkungen für das eigene Leben haben, wenn man sie nicht endlich anerkennt.

Jedoch einem auch helfen, etwas zu korrigieren in Richtung eigenem Wunschleben. Wut beispielsweise ist eine sehr gute Antriebsenergie etwas im eigenen Leben zu ändern.

Denn wer kann im eigenem Leben etwas verändern? Nur man selbst! Niemand anders! Und nur man selbst hat diese Pflicht und Schuldigkeit sich selbst gegenüber! Nicht Ihr Partner, nicht Ihre beste Freundin, nicht Ihr Chef, nicht Ihr Nachbar.

Niemand ist dazu da oder in der Lage dazu , Sie glücklich zu machen und Ihnen „inneren Frieden“ zu schenken, nur Sie selbst.

Ihre Brigitte H. Alsleben

Kommentare sind geschlossen.
error: Content is protected !!