15. Dezember: Eine Anregung für ein Leben mit Sinn für das eigene Sein!

15. Dezember: Eine Anregung für ein Leben mit Sinn für das eigene Sein!

„Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“ Reinhold Niebuhr

Was können wir nicht ändern? Die Welt, das Wetter, andere Menschen!

Was können wir ändern? Nur uns selbst! Unser Denken zum Beispiel.

Dazu ist es wichtig, dass wir uns unsere Gedanken mal bewusst machen.

Was ist zum Beispiel Ihr Weltbild? Wie sehen Sie die Welt? Die Anfänge hierzu wurden schon in der frühesten Kindheit gelegt als Überzeugungen und Vorstellungen.

Was hörte man als Kleinstkind immer wieder, „Sei schön brav“ oder der Nikolaus, der fragt „Bist Du auch schön brav gewesen?“

Ich war zum Beispiel auch lange davon überzeugt,dass ich nur dann geliebt werde, wenn ich brav bin, da ich das als Kleinstkind von meiner Großmutter und den Eltern und anderen so mitbekommen habe.

Doch was hieß brav sein damals denn genau?

  • Für meine Großmutter war ich es, wenn ich nicht geweint habe, wenn sie allein mit mir war.
  • Für meinen Vater, wenn ich kein Spielzeug in der Wohnung verteilt habe,
  • für meine Mutter wenn ich abends ohne Komplikationen ins Bett ging.
  • Bei Nachbarn, wenn ich ruhig war,
  • bei Besuch, wenn man mich nicht bemerkt hat  oder wenn ich „danke“ für etwas Geschenktes gesagt habe.

Sie sehen jeder hat etwas anderes darunter verstanden.

Später als ich merkte, dass ich es jedem versuchte, Recht zu machen, damit ich als brav galt und  dafür geliebt mir vorkam, wurde ich unglücklich. Denn ich fragte mich? Ist das alles, es anderen Recht zu machen?

Nein, ich musste und muss mit mir leben und zurechtkommen und das hieß als Konsequenz, dass ich mich davon verabschiedet habe brav oder „genormt zu sein“, und fing an so zu leben, wie ich es wollte und nicht wie meine Bekannten, Verwandten, die Regierung, mein Umfeld, die Medien oder die Werbung es möchten.

Ich wurde eigensinnig, hörte also auf meine eigenen Sinne!

Es ist kein Ungehorsam eigensinnig zu sein, sondern es zeigt, dass man sich seines ureigenen Selbst bewusst ist. Bevor man meine Zeilen in den falschen Hals bekommt oder missverstehen will, Eigensinn ist nicht, dem anderen seine eigenen Vorstellungen oder seine Meinung überzustülpen.

Natürlich meine ich auch nicht, dass sich jetzt jeder wie die Axt im Walde aufführen sollte.

Ich bin sogar der Meinung, dass das Zusammenleben von Menschen Rücksichtnahme und den Grundsatz benötigt, dass die eigene Freiheit des Einen immer nur so weit geht, wie diese, einen anderen in dessen Freiheit NICHT beeinträchtigt.

Beispiele:

  • Meinetwegen kann ein Autofahrer mit hoher Geschwindigkeit bei Glatteis fahren, aber nicht, wenn er andere damit in Gefahr bringt oder das zumindest in einer 30er-Zone billigend in Kauf nimmt.
  • Jeder kann seine Musik so laut hören, wie er möchte, aber nicht wenn er damit andere stört und so deren Freiheit beschneidet.

Auch in Partnerschaften haben wir oft das Gefühl „brav“ sein zu müssen und dem anderen zu zeigen, dass wir es wert sind, dass sie uns zu lieben. Wie oft hörte ich von Klienten, „was kann ich tun oder machen, damit er/sie wieder zu mir zurückkommt oder bleibt?“

Meine Antwort: „Sie selbst sein, sich selbst der beste Freund sein und sich selbst mit allen Ecken und Kanten anerkennen, sich selbst glücklich machen, das eigene Leben selbst nach eigenem Herzen gestalten. Dann haben Sie ein unsichtbares Schildchen auf der Stirn, liebe mich, denn ich tue es auch.“

Wie weit wollen manche gehen, um den anderen unbedingt zu gefallen? Und warum wollen diese unbedingt gefallen? Ist es der ureigene innerste Herzenswunsch immerwährend gefallen zu wollen? Auch wenn das eigene Selbst dabei kaputt geht? Ich glaube fest daran, dass wir fast alle noch Kinder sind, die endlich die vollkommene Anerkennung von den anderen erhalten möchten, da wir eben keine bedingungslose Liebe zu uns selbst leben, also keinen Sinn für unser eigenes Sein haben.

Diese Achtsamkeit für sich selbst und das eigene Leben. Das ist vielen von uns erfolgreich aberzogen worden. Lassen Sie uns das erkennen und unsere Macht über uns und unser Tun nach unserem Herzen, wieder in die eigene Hand nehmen.

Ihre Brigitte H. Alsleben

 

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