11. Dezember: Hass durch Vergebung und Liebe überwinden!

11. Dezember: Hass durch Vergebung und Liebe überwinden!

Haß wird durch Gegenhaß gesteigert, durch Liebe dagegen kann er getilgt werden.“ von Baruch de Spinoza (1632 – 1677)

Jedoch um dem Hass eines anderen, die eigene Liebe entgegenzubringen, bedarf es bedingungsloser Selbstliebe oder bedingungsloser Selbsterkenntnis und somit zu erkennen, dass man auch selbst Wut, Hass, Gier, Neid und jede verabscheute Eigenschaft in sich trägt. Wir alle haben auch diese Wesensarten in uns.

Wir regen uns über gierige Manager auf, haben selbst oft jedoch die „Dollarzeichen“ in den Augen, wenn wir auf Renditeversprechen eingehen und reinfallen.

Oder wenn dem größten Schnäppchen nach der Devise „Geiz ist geil“ nachgejagt wird, ohne daran zu denken, dass irgendwo auf der Welt dafür Menschen für fast nichts das herstellen müssen.

Überlegen Sie mal, wann Sie gewaltbereit werden könnten? Wenn irgendwo Ihr Knopf der Ohnmacht oder etwas anderen unbewussten gedrückt wird oder jemand von Ihnen geliebtes oder ein geliebtes Haustier angegriffen wird?

Wer selbst seine Eltern, Kinder, Partner oder nächste Angehörige durch Gewalt verloren hat, der wird eher bereit sein, sich dafür zu rächen und zu hassen. Jedoch man kann sich auch fügen, vergeben und somit Frieden einkehren lassen, wie zum Beispiel meine Vorfahren.

Mein Urahne Gero von Alsleben zum Beispiel: beschrieben in manchen alten Adelschroniken.

Hier Ausschnitt aus [Thietmari Chron. III, c. 9,10]

Jener Graf Gero, der sich noch vor wenigen Wochen der Gunst des Herrschers zu erfreuen hatte, wurde von einem gewissen Waldo der Untreue beschuldigt, daraufhin über Geheiß des Erzbischofs Adalbert von Magdeburg und des Grafen Dietrich von der Nordmark zu Sömmeringen, gefangen genommmen, dann den Söhnen des Grafen Liuthar, Siegfried und Liuthar, in Gewahrsam übergebn. Das von dem Kaiser nach Magdeburg einberufene Fürstengericht entschied auf das Gottesurteil des Zweikampfes. Auf einem Elbewerd treten die Gegner zum Kampfe an. Grauses Ringen erhebt sich, zweimal im Nacken verwundet bringt Waldo mit jäher Wut auf den Beklagten ein und streckt ihn mit wuchtigem Schwertschlag zu Boden. Gero muß seine Kampfunfähigkeit bekennen, in diesem Augenblicke stürzt der Sieger, der seiner Rüstung entledigt und gelabt worden war, jählings tot zur Erde. Nun wird Gero vom Gerichte zum Tode verurteilt und am Abend des 11. August über Geheiß des Kaisers von einem Henker schmachvoll enthauptet. Noch am selben Tage waren Herzog Otto von Bayern und Graf Berthold vom Nordgau, gewiß des Kaisers treueste Anhänger, eingetroffen und hielten mit ihrem Tadel darüber, daß ein tapferer, verdienter Mann von hohem Range in solcher Weise des Lebens beraubt worden war, nicht zurück. Sie standen mit ihrem mannhaften Urteile nicht allein. Schwester und Gemahlin bewahrten dem elend Hingeschlachteten treue Liebe, die sie in unermüdlicher Sorge für das Gedeihen seiner Stiftung (das Klosters Alsleben) betätigten, aber auch nicht zur Familie Gehörige, das ganze Volk waren aufs schmerzlichste berürt. Geros Tochter Athela…, mußte das Haupt ihres Vaters von der Magdeburger Kirche durch Widmung reichlichen Gutes zurückkaufen… In Corvey sah Abt Liudolf, als er am Tage des Kampfes die Frühmesse las, das blutige Haupt des Grafen über dem Altare schweben, tief ergriffen hielt er für Gero das Totengebet und kündigte den Brüdern seinen Hingang an. In der Heimat aber verehrte man den Toten wie einen Heiligen, als später Athela an der Seite des Gemahls in Alsleben beigesetzt wurde, fand man seinen Leichnam mit den Gewändern unversehrt vor … [Thietmari Chron. III, c. 9,10].

Das ist mein Vorbild, nicht nach dem hebräischen Rechtssatz „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ zu handeln, sondern mit Liebe und Vergebung zu leben. Wer vergibt und nicht mehr den Stein der Verdammnis wirft, hat das verstanden und kann so einen Meilenstein zum Frieden sein.

Ihre Brigitte H. Alsleben

 

 

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