4. Dezember: Kernüberzeugungen über sich selbst

4. Dezember: Kernüberzeugungen über sich selbst

Kennen Sie jede Ihrer Überzeugungen über sich und die Welt? Die bewussten und auch die unbewussten?

Ich lange Zeit nicht. Wie oft habe ich mich in den letzten Jahrzehnten gefragt, „Warum muss mir das immer passieren?“; „Warum will ich einem Mann , den ich liebe, der mich aber augenscheinlich nicht liebt, unbedingt von mir überzeugen?“; „Warum habe ich immer Pech in finanziellen Angelegenheiten?“, „Warum muss ich für alles kämpfen, mir fällt nichts einfach in den Schoß“ oder aber auch „Warum bekomme ich nie, was ich mir wünsche?“

Was dahinter stand, waren unbewusste Glaubenssätze und Überzeugungen, wie diese, die ich hauptsächlich neben anderen zum Beispiel in den letzten fünfzehn Jahren bei mir entdeckt habe:

  1. So wie Du bist, kein Wunder dass Du keinen Freunde/ und später Mann hast! : Das meinte mein Vater sehr oft, als er noch gesund war, wenn ich nicht so richtig parierte, wie er das wollte. Später hieß es undankbare Göre oder, Du bist wie Deine Brüder (die wollten nämlich später auch nie zu ihm)
  2. Du darfst keine Angst haben:
    • ich war etwa 3 oder 4 allein mit meiner Großmutter in unserem Ferienhaus in Timmendorfer Strand, meine Eltern mussten in Hamburg Nienstedten nache einem Feiertag Freitag und Samstag vormittag in unser Antiquitätengeschäft. Ich heulte, weil ich nicht mit ihr allein bleiben wollte. Sie schimpfte und meinte, ich solle aufhören, sonst kommen die beiden gar nicht mehr.
    • Ich war etwa 5 oder 6 Jahre (!!!) alt, wieder das Timmendorfer Ferienhaus. Ich hatte sehr große Ängste dort. Besonders wenn meine Eltern abends noch weggingen. Meine Eltern wollte aber noch weg, und so versuchten sie mich zu „bestechen“, wenn ich ohne Angst alleine bleibe, dann bekomme ich die bunte Kette, die ich mir so wünschte. Ich bin nachts aufgewacht und ich hatte mich während des Schlafes vor Angst wohl übergeben. (ich fühle heute noch, den engen feuchten Schal)-
    • Auch später mit 13 hatte ich immer Angst: ich war ich zu Besuch bei meiner Großmutter , ich hatte Heimweh und habe heimlich meine Eltern angerufen. Sie wurde sauer, als sie es erfuhr.
    • Und und und
  3. Ich muss es allein schaffen, keiner hilft mir! (das war auch eine Erfahrung aus den obrigen Erlebnissen)
  1. Du darfst nicht traurig oder böse sein: Wenn ich fotografiert wurde sollte ich ein fröhliches Gesicht machen. Die Exfrau meines Vaters hat sich mit mir als Kleinstkind immer geschmückt und mich bei Spaziergängen durch die damalige Flaniermeile an ihrer Hand geführt. Ich wollte zu meiner Mutter, die hat sich aber nicht getraut etwas gegen die Vorgängerin und auch Schauspielerin zu sagen. Wenn ich einen Flunsch zog, schimpfte mein Vater.
  2. Ich bin das nicht wert: Das fühlte ich als Kleinkind, wenn mein einer Halbbruder zu Besuch kam und es hieß Tage vorher schon, dass er kommt und ein Theater gemacht wurde. Ich sein Spielzeug nicht mal anfassen durfte, er meins aber sogar kaputt gemacht hat und es nicht ersetzt worden ist.
  3. Ich bin irgendwie anders, verrückt: (später wurde es mir klar, dass dem nicht so ist,als ich merkte, dass ich nur hypersensibel bin)
  4. Ich bin nicht beziehungsfähig: das dachte ich, weil ich ewig eine Beziehung an die Wand fuhr. Es war jedoch nur die Angst wieder so ohnmächtig gegenüber einem anderen Menschen zu sein.
  5. Ich passe nirgendwo hin:wenn man wie ich bis ich achtzehn war, fast zwanzig mal innerhalb von Deutschland umgezogen „worden“ ist, hat man keine Wurzeln.
  6. Ich bin nicht willkommen: bei meinen Cousinen oder Verwandten, ich war ja anders s.o.
  7. Du darfst nicht „nein“ sagen: Wenn jemand etwas von mir wollte und ich Nein sagte, dann war der sauer und so ließ alles mit mir machen
  8. Sei immer brav und artig : Was ist das überhaupt brav und artig sein? Für jeden etwas anderes!

Nun kann kein Kleinkind, selbst bei „normalen“ Eltern,und die hatte ich! Denn meine Eltern waren weder gewalttätig, gemein oder grausam, sondern selbst noch jung und unternehmungslustig. Ich konnte als Kind jedoch nicht sagen „Ey jetzt ist mal gut, ich gehe, wenn Ihr mich wieder abends allein lasst oder mich durch Eure unbewussten Glaubenssätze beeinflusst, behandelt.“ Als Säugling oder noch als Kleinkind, selbst wenn man es gewollt hätte, kann man nicht angemessen auf „unzumutbare“ Zustände reagieren.

Da lagen meine unbewussten Überzeugungen nun die ganze Zeit in meinem Unterbewusstsein und beeinflussten mein Denken und Fühlen, da ich sie nie bewusst geprüft habe. Deshalb ist es so wichtig, alle Kernüberzeugungen, die man hat, wirklich mal zu reflektieren! Kernüberzeugungen sind hier nun die tiefen Überzeugungen, die uns aus unserem Unterbewusstsein heraus in unserem Denken und Handeln beeinflussen, die aber nicht ohne weiteres zugänglich sind.

Die Schwierigkeit besteht jetzt darin, dass wir diesen Kernüberzeugungen, egal ob sie objektiv gesehen, wahr oder unwahr sind, Glauben schenken. Das wäre kein Problem, wenn wir über uns selbst Sätze wie „Ich bin richtig, so wie ich bin“, „Ich nehme mich an, wie ich bin“ oder ähnliches unbewusst sagen würden.

Leider ist dem nur ganz selten so, und wir sprechen eher negativ über uns. Denn die Wurzeln vieler dieser Grundüberzeugungen liegen in der Kindheit, Kindergartenzeit und/oder Schulzeit.

Bedenken Sie, so, wie wir als Kinder behandelt worden sind, so gehen wir mit uns selbst während unseres ganzen restlichen Lebens um. Das heißt, erst wenn wir uns, unserer Kernüberzeugungen bewusst werden, habe wir die Option uns davon zu lösen.

Dazu im Anschluss noch eine bestimmt unvollständige Liste mit möglichen Glaubenssätzen!

Ihre

Brigitte H. Alsleben

Die zusammengestellte Liste, was es für negative Glaubenssätze geben kann:

  1. Das schaffe ich nie
  2. Du darfst keine Angst haben
  3. Du darfst nicht traurig sein
  4. So wie du aussiehst, findest Du nie einen Mann
  5. So wie Du bist, kein Wunder dass Du keinen Freund/ Mann hast
  6. Ich bin das nicht wert.
  7. Ich bin irgendwie anders, verrückt (später wurde es mir klar, dass dem nicht so ist,als ich merkte, dass ich nur hypersensibel bin)
  8. Ich bin nicht beziehungsfähig.
  9. Ich muss es allein schaffen, keiner hilft mir!
  10. Ich passe nirgendwo hin
  11. Ich bin nicht willkommen.
  12. Du darfst nicht „nein“ sagen
  13. Sei immer brav und lieb.
  14. Andere sind wichtiger als du
  15. Nimm Dich nicht so wichtig.
  16. Es ist sehr wichtig, wie andere Leute über mich denken.
  17. Pech in der Liebe, Glück im Spiel.
  18. Wenn andere mich nicht mögen, dann kann ich nicht nicht in Ordnung sein
  19. Mein Wert als Person hängt größtenteils davon ab, was andere von mir halten.
  20. Es ist gut, seine eigenen Interessen aufzugeben, um anderen Leuten zu gefallen.
  21. Um ein guter, wertvoller und moralischer Mensch zu sein, muss ich jedem helfen, der Hilfe braucht.
  22. Eigenlob stinkt
  23. Erfolg kommt nur durch Fleiß
  24. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen
  25. Du wirst Dich noch umschauen.
  26. Geld und Erfolg verderben den Charakter
  27. Bescheidenheit ist eine Zier
  28. Bei uns wird nicht gestritten
  29. Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende
  30. Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.
  31. Nichts im Leben ist umsonst!
  32. Ich bin ein Nichts, wenn eine Person die ich liebe, mich nicht liebt.
  33. Wenn man keinen anderen Menschen hat, der einem eine Stütze ist, wird man unweigerlich unglücklich.
  34. Ich kann anderen Menschen nicht vertrauen, denn sie könnten grausam mir gegenüber sein.
  35. Mein Glück hängt mehr von anderen Leuten als von mir ab.
  36. Von anderen isoliert zu sein, führt unabänderlich zu Unglücklich sein.
  37. Geld ist schwer zu bekommen
  38. Geld wächst nicht auf den Bäumen
  39. Geld verdirbt den Charakter
  40. Geld stinkt
  41. Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als das ein Reicher in den Himmel kommt
  42. Wer reich ist, hat keine wahren Freunde
  43. Reiche Menschen sind schlecht, arrogant und unehrlich
  44. Reiche Menschen haben Glück gehabt und beuten andere aus
  45. Freu Dich nicht zu früh!
  46. Das ist nun mal so.
  47. Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben.
  48. Du bist nicht wichtig!
  49. Sei nicht so egoistisch!
  50. Sage nie, was du willst oder brauchst.
  51. Du bist nicht gut genug!
  52. Vertraue niemandem!
  53. Gefühle zeigen macht schwach.
  54. Geh nicht Deinen eigenen Weg!
  55. Ich bin als Mann /Frau nicht anziehend auf andere (…werde nicht anerkannt…)
  56. Ich bin ein Nichts, wenn eine Person, die ich liebe, mich nicht liebt.
  57. Ich bin ungeduldig.
  58. Ich brauche eine Beziehung, um glücklich zu sein.
  59. Ich darf andere nicht mit meinen Problemen belästigen.
  60. Ich darf nicht meine Meinung sagen.
  61. Ich werde immer enttäuscht, wenn ich mich auf etwas freue.
  62. Dir wird nichts geschenkt!
  63. Lieber nicht zu viel erwarten, man wird sowieso nur enttäuscht.
  64. Man kann es nicht jedem recht machen.
  65. Man kann nicht alles können.
  66. Man kann nicht immer gut drauf sein.
  67. Man sagt anderen nicht, wie sehr sie nerven.
  68. Mein Glück hängt mehr von anderen Leuten als von mir ab.
  69. Beherrsche Dich immer!
  70. Zeige nie eine Schwäche!
  71. Sei immer vernünftig!
  72. Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.
  73. Wenn andere Menschen wüssten wie man wirklich ist, dann würden sie schlecht von einem denken.
  74. Wenn ein Mensch um Hilfe bittet, dann ist das ein Zeichen von Schwäche.
  75. Mach eine Faust in der Tasche und lächle.
  76. Familie ist das Beständigste im Leben.
  77. Gefühle zeigt man nicht!
  78. Wenn man Nähe zuläßt, wird man verletzt!
  79. Ich brauche lange, bis ich mich jemandem öffne!

und und und

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