Du brauchst niemanden anderen stolz zu machen!

Du brauchst niemanden anderen stolz zu machen!

Glaubst Du, dass einer dieser farbenprächtigen Frühlingsenziane sich überlegt, wie er noch besser auf die andere Enzianblüten wirken könnte oder, dass eine Rose sich anstrengt eine Nelke zu sein? Ich denke nicht. Wie ich darauf komme?

Vor einiger Zeit kam ich an einem Plakat unserer Freiwilligen Feuerwehr vorbei. Es hatte die Aufschrift:“Mach Dein Kind stolz, komm zur Feuerwehr“ Ja geht’s noch. Was bedeutet das denn im Umkehrschluss? Wenn die Eltern nicht zur Feuerwehr gehen, sind Sie Verlierer oder Loser, wie man heute so schön sagt, und werden von ihren Kindern nicht anerkannt, sogar verachtet???

Ein anderes Beispiel, das mir neulich ähnlich aufgestoßen ist, ist die Elternstolz-Kampagne des bayrischen IHK: „Ausbildung macht Eltern stolz“ Wenn also Dein Sohnemann oder Deine Tochter keine Ausbildung macht oder nicht gleich ein Studium beginnt, dann musst Du Dich, als deren Elternteil, schämen.;-) Das weißt Du hoffentlich.;-) Meine Güte, wo kämen wir denn dahin, wenn Kinder vielleicht nach der Schulzeit, einfach erst einmal überlegen, wo ihre Leidenschaften und somit Talente liegen. Phantastisch wäre das.

Übrigens nur am Rande mal bemerkt, ein Schultag ist genauso anstrengend wie ein achtstündiger Berufsalltag! Das nur mal zwischendurch, für diejenigen, die noch immer meinen, dass Kinder nach der Schule, Schulaufgaben und Lernen, endlich mal zu Hause was tun oder mithelfen müssten.
Denke an Deine eigene Schulzeit und vielleicht, daran, was Du als Jugendlicher bei Deinen Kindern mal ganz anders machen wolltest.
Tipp: Wie wolltest Du gern als Kind oder Jugendlicher von Deinen Eltern behandelt werden?

Aber zurück zu dem Stolz. Wissen die Schreiber von solchen Slogans eigentlich, was sie da von sich geben?
Es gibt einen einzigen Menschen, der die Aufgabe hat, Dich stolz zu machen und das ist und bleibst nur, wirklich nur Du allein.

Deswegen müsste es doch heißen: „Mach Dich stolz (besser: glücklich) und geh zur freiwilligen Feuerwehr.“ Oder im anderen Fall des Jugendlichen, der eine Ausbildung machen soll: „Mach die Ausbildung, die Dich stolz oder besser, die dich glücklich macht.“

Bei beiden Aufforderungen, könnten wir sicher sein, dass die Menschen mit frohem Herzen anderen helfen wollen oder im anderen Fall sich selbst wertschätzen und ihre Fähigkeiten kennen und diese der Allgemeinheit zur Verfügung stellen wollen.

„Innere Kündigung“ würde es nicht mehr geben und wäre ein Fremdwort. Burnout, gäbe es nicht, denn niemand müsste anderen oder sich etwas beweisen, weil jeder Mensch, nur weil er auf der Welt ist, schon was wert ist, und nicht erst was wert wird, wenn er das oder das tut, das oder jenes aus der Werbung nutzt, anzieht oder was auch immer. Die Medien arbeiten mit den wohlbekannten Mitteln Scham und Mangelgefühl, um uns klein zu halten, damit wir bloß keine wirkliche Selbstliebe empfinden.

Denn das würde bedeuten, dass wir nicht alles mit uns machen lassen, sondern uns unseres eigenen Wertes bewusst sein würden.
Ja, jetzt höre ich schon: „oh Selbstliebe, das ist der Weg zum Untergang, wo hat uns der Narzissmus eines Mannes, denn schon hingebracht?!“
Narzissmus ist keine Liebe, sondern pure Angst, dass man von anderen nicht geliebt wird. Und entsteht aufgrund mangelnder Selbstwertschätzung! Also ein Mangel an Selbstliebe!

Hier somit der erste Schritt zur Selbstliebe: Werde Dir Deines Selbstwertes bewusst. Du bist jedem einzelnen anderen Menschen auf dieser Welt ebenbürtig. Nicht mehr und nicht weniger.
Tschüss bis bald
Deine Brigitte H. Alsleben

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