Vorsätze für 2020 haben? Nein, habe ich nicht!

Vorsätze für 2020 haben? Nein, habe ich nicht!

Was sind Vorsätze eigentlich?

In der Psychologie ist ein Vorsatz eine Entscheidung, in einer ganz bestimmten Situation ein ganz bestimmtes Verhalten zu zeigen. Er hat oft die Form „Ich werde, wenn ich 2020 in die Situation XYZ komme, mich so verhalten!“

Doch die meisten Vorsätze, würden wir doch gar nicht haben, wenn es da nicht etwas gäbe, das uns darauf aufmerksam macht, dass wir so wie wir sind oder uns verhalten, nicht richtig sind oder ist. Oder?!

Kann man denn perfekt sein? Nein!

Beim Vergleich wird es immer irgendjemanden geben, die oder der das besser im Griff hat, besser aussieht oder was auch immer.

Und wollen wir überhaupt, wie jeder andere sein? Nein ich nicht! Jeder ist etwas Besonderes und ist so, wie er ist, genau richtig für diesen Augenblick.

Ich kann mir vorstellen, dass es dies in früheren Zeiten, oder jetzt noch in Gegenden ohne Zeitschriften, Internet, Werbeindustrie und sozialen Medien auch nicht gab oder gibt.

Da war und ist es schon erstrebenswert überhaupt Frieden zu haben, das tägliche Essen zu bekommen und dem Säbelzahntiger, Wildtieren nicht unbeschützt über den Weg zu laufen.

Warum machen wir uns dann selbst überhaupt für 2020 Vorschriften, äähVorsätze?

Weil wir den Zielen von anderen nachlaufen sollen! Möglichst denen, an denen Dritte verdienen!

  • Wo lassen Sie sich von fremden Einflüssen ergreifen?
  • Ist es Ihr Ziel?
  • oder wer hat Sie darauf aufmerksam gemacht dieses Ziel zu haben?

Wir hören und lesen ja heute oft etwas von Selbstoptimierung. Doch gerade die ist interessengesteuert und uns wird ganz nebenbei aufoktroyiert, dass wir Minuspunkte haben, die wir unbedingt verbessern sollten mit Artikel „Weiß-nicht-was“, mit Mittelchen „Suspektus“,  mit Lehrgang „Hauptsache-Geld-her“, mit Massenseminar „Bloss nicht zum nachsinnen kommen“ oder mit einem Berater „sie brauchen mich“.

Die einen seien zu dick, die anderen zu gemütlich, die dritten würden ihr Leben sowieso falsch leben. Auch dass man sich mal gemütlich auf die Couch setzt und über sich, in gepflegter Langeweile nachdenken muss und so vielleicht mal zu Erkenntnissen kommt, die wichtig wären für das eigene Dasein, wird neuerdings als gefährlich gebrandmarkt. Siehe „Sitzen ist das neue Rauchen“ Wer das sagt, der hat wahrscheinlich schon eine Pallette mit Angeboten, die den ewig umherrennenden, vollkommen überdrehten Menschen zur Ruhe bringen könnte.

Aus allem an uns oder in uns Menschen wird etwas vermeintlich falsches bzw. verbesserungswürdiges gemacht.

Und ohne, dass wir es erkennen, lassen wir uns, wie Marionetten an Bändern manövrieren. Wir übernehmen Ziele, die gar nicht zu uns passen oder die auch unerreichbar sind.

Glauben Sie wirklich noch daran, dass allgemein ein selbstbestimmter Mensch gewünscht wird?

Wenn dieser Mensch dann diese ganzen ach-so-wichtigen-Angeboten nicht konsumiert oder kauft. Nein, das ist das worst case scenario (der schlechtest anzunehmende Fall) für Wirtschaft, Industrie, Handel und Politik, denn die verdienen alle daran.

Also wenn Sie sich etwas für 2020 vornehmen, dann überlegen Sie zunächst, ist das Ihr ureigener Wunsch und nicht der, den Sie überall in PC, Internet, Druckmedien und APPS lesen.

Bei mir war es das letzte Mal am Jahresende 2010, als ich den Vorsatz gefasst hatte, mich selbst endlich wichtig zu nehmen und mich so anzuerkennen, wie ich bin. Ich hatte mir vorgenommen, dass ich mich ab Neujahr 2011 endlich selber ohne wenn und aber annehme. Denn schließlich hatte ich das vorher noch nicht gemacht. Alles klappte nicht in meinem Leben und damals kam es auf, dass dafür nur ein Mangel an Selbstliebe, die Ursache sein kann. Daraufhin suchte ich im Jahr 2011  Berater auf,  probierte Mittel aus, unternahm Seminare, Schulungen und las Bücher, die mir dabei helfen sollten, mich bedingunglos selbst anzunehmen und ich fand in einem Buch ein probates, angenehmes Prozedere. Denn anstrengend sollte es schließlich nicht sein mit dem Tipp „Sagen sie pro Tag mindestens dreihundert Mal die Stunde „Ich erkenne mich an!“. Ich habe das ein paar Wochen ausprobiert und was war? Es hat sich nicht wirklich was verändert. Es kam sogar das schale, ernüchternde, selbstanklagende Gefühl hinzu „Nichtmal das bekommst Du hin“.

Es ist eben kein Kniff oder kein Trick oder Satz, für den ich mich nur entscheiden muss und dann ist die bedingunglose Selbstliebe da. Denn wie schreibe ich immer wieder, obwohl man sich absichtlich (bewusst) Alternative A wünscht oder vorbetet, jedoch die eigene unbewusste Seite die Alternative C bevorzugt, wird man A nie erreichen, wenn das eigene Unterbewusstsein C will. Denn der unbewusste Anteil hat das Sagen. Und das muss man begreifen und dann dort ansetzen. Am Unterbewusstsein. Und da hilft kein Vorsatz, sondern nur das pure Tun und Machen.

Ihre Brigitte H. Alsleben

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