22. Dezember : Wie die Seele und ihre SOS-Zeichen erkennen?!

22. Dezember : Wie die Seele und ihre SOS-Zeichen erkennen?!

„Der Mensch, der krank zu Bette liegt, kommt mitunter dahinter, daß er für gewöhnlich an seinem Amte, Geschäfte oder an seiner Gesellschaft krank ist und durch sie jede Besonnenheit über sich verloren hat: er gewinnt diese Weisheit aus der Muße, zu welcher ihn seine Krankheit zwingt.“  Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 – 1900)

Vor zig Jahren kamen meine Eltern und ich nach einem langem Spaziergang in unser Haus zurück. Kaum öffnete mein Vater die Haustür, floß uns auf der Treppe schon Seifenwasser entgegen und der Boden in der Diele war schon sehr nass. Was haben sie gemacht? Jedenfalls nicht, den Boden angefangen trocken zu legen. Nein, sie haben als Sofortmaßnahme, nach der Ursache  gesucht. Es war der Waschmaschinenablaufschlauch, der aus dem Waschbecken gerutscht ist.

Wie machen wir es, bei unserem Körper? Ursache suchen? Nein, wir versuchen die Symptome zu ignorieren und wenn das nicht mehr geht mit einer Tablette oder dem Arzt, diese zu beseitigen.

Das wäre, wie das Verhalten in der folgenden kleinen Geschichte. Mitte der 1990-iger Jahre, mein erster Exmann und ich, wohnten damals in Essen und waren in Düsseldorf im Benrather Schlosspark mit unserem Hund, einer Kleinspitzdame spazieren. Er warf immer mal wieder den Ball, und unsere „Lady“, ein echter Balljunkie, war stets wie ein Sausewind hinter dem Ball her, egal wo er auch hinflog. Wir waren am streiten und debattieren über uns  als plötzlich uns andere Leute ansprachen, ob das unser Hund wäre, der dort im Schlossteich nicht wieder herauskam und verzweifelt umherpaddelte. Ich sah unsere Lady im etwas weiter entfernt liegenden Teich, wusste, dass ich sie aus dem eiskalten Wasser herausholen muss, schließlich war es Ende November. Der Teich war zwar nur 40 cm tief, aber zu tief für unseren Zwergspitz und hatte keine Entenleiter. Ich ging also in den Kampfmodus. Was machte mein Mann, während ich zum Hund rannte und ihn sofort aus dem Wasser in Sicherheit ziehen und retten konnte? Er blieb oben stehen, zückte sein Handy und wollte wohl so per Anruf Tierarzt  oder Hilfe holen. Hätten wir das beide gemacht, wäre der Hund ertrunken gewesen. Es war wohl Schockstarre bei ihm. Beides sind von unserem Körper vorgesehene Reaktionsmuster auf Gefahr.

Heute weiß ich, dass dieser Vorfall auch ein Zeichen für mich war, mich schnellstens von ihm zu trennen, denn es ging um mein co-abhängiges Verhalten. Er war Alkoholiker und auch nach einem Kalten Entzug, bei dem ich mit ihn zuhause pflegte/unterstützte und ihn vor anderen schützte, sehr schnell wieder süchtig. Meine falsch verstandene wahre Liebe zu ihm , die mich dazu vermeintlich zwang bei ihm zu bleiben und ihm zu helfen und mich und meine Bedürfnisse und Wünsche zu ignorieren, statt auch an mich zu denken und die Reißleine zu ziehen und wegzugehen, waren von mir bis dahin ignoriert worden. Es ist eigenartig kurz nach diesem Vorfall habe ich die Kraft gefunden ihn zu verlassen und mein Leben radikal umzustellen. 

Er ist leider Alkoholiker geblieben und dadurch sehr krank geworden. Jedoch auch, weil er sich seine Schatten aus der Kindheit und Jugend nicht ansehen wollte, obwohl schon damals einige auf mögliche seelische Ursachen kamen. Wegtrinken, OPs und Tabletten waren einfacher. Jetzt werden einige sagen, ja der Alkohol und seine Raucherei waren die Ursachen. Nein, seine Organe sind aus einem anderen Grund sogar untersucht worden, denn er wollte so gern bei einer Studie mitmachen, bei der er ein abschreckendes Beispiel für Alkohol und Tabaksucht sein wollte. Dort wurde festgestellt, dass seine Organe vollkommen gesund waren und man glaubte ihm den jahrzehntelangen Mißbrauch mit Alkohol und Tabak nicht. Doch sein Körper hat ihn dannach trotzdem immer in die Knie gezwungen.

Krankheiten oder Blockaden im Leben sind oft nur Symptome mit denen unser Körper uns dazu veranlassen will, dass wir unserer Seele zuhören und uns dazu bringen möchte, nach unseren Ursachen zu graben.

Unser Körper will uns mit dem Unwohlsein, dem Spannungsgefühl, Kopfschmerzen, Stressgefühl warnen, dass wir gerade dabei sind, uns nicht zu respektieren, wir uns es nicht erlauben im Außen auszuleben, was wir aber innerlich empfinden.

Unsere gut gehüteten unbewussten Gefühle, die wir in uns haben: Wut, Trauer, Scham, Ohnmacht… Es ist also pure Selbstliebe, unserem Körper und somit unserer Seele zuzuhören.

Wie ist das denn bei unserem Auto, wenn da ein Warnlämpchen aufblinkt? Schrauben wir das raus und gut ist? Also ich nicht!

Das, was aufgeleuchtet hat, lasse ich nachgucken und wenn nötig reparieren!

Und bei uns selbst, bei unserem Körper gilt das nicht? Operieren lasse ich mich auch nicht gleich und OP meine ich auch nicht, aber die Suche nach dem Ursprung für die Warnsignale unseres Körpers, also die Suche nach der Ursache für die Symptome?!

Bei fast allen Krankheiten ist irgendetwas vorher geschehen, was das Immunsystem des Menschen angegriffen hat. Entweder kurz zuvor oder es sind Dinge aus der Vergangenheit die so unsere Selbstheilung außer Kraft gesetzt hat. Unser Körper gibt uns immer schon vorher zahlreiche Signale, dass etwas nicht richtig läuft.

Wo die Seele geklagt hat: „Auf mich hört sie/er nicht“ und der Körper antwortete: „wenn ich nicht mehr funktioniere, muss sie/er Dir zuhören.“

Ihre Brigitte H. Alsleben

PS: Über Co-Abhängigkeit gibt es hier Mitte Januar 2020 eine Blog-Reihe

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