Eine Lust zum Frieden?! Wie bekomme ich diese auch unbewusst?

Eine Lust zum Frieden?! Wie bekomme ich diese auch unbewusst?

„Wer nicht Lust zum Frieden hat, findet leicht Ursache zum Krieg.“ von Christoph Lehmann (1579 – 1639), deutscher Schriftsteller, Schuldirektor und Stadtschreiber in Speyer.

Nun stellt sich mir die Frage, wie bekommen wir Menschen Lust zum Frieden und zwar bewusst und UNBEWUSST. Denn Bewusst wird doch wahrscheinlich jeder Freude zum Frieden haben, aber wie sieht das im Unterbewusstsein aus.

Wie ist es denn bei Ihnen, kann man Ihren Lebensweg, als

  • eher unbewusst schnellst möglich durchrasend, Abkürzungen suchend, Sonnenseiten fordernd und über Schattenseiten protestierend, mit den Erfahrungen hadernd, im Sinne von „wenn ich das nicht erreiche, dann kann mir das Ganze hier auf der Erde gestohlen bleiben, SCH…. auf den Frieden“,

oder

  • achtsam, Schritt für Schritt, den Weg mit seinen Licht- und Schattenseiten und jede Erfahrung annehmend, im Sinne von „Der Weg ist das Ziel“,

beschreiben?

Ich muss zugeben, die ersten drei Viertel meines über fünfzigjährigen Lebens verbrachte ich im ersten Modus. Als mir dieses unbedachte Leben damals begonnen hat zusammenzubrechen. Die negativen Energien, die ich durch meine Schatten, meinen Protest, meine Wut und meinen Ärger, anzog, sich in meinem Leben auch noch manifestierten. Ich haderte, schimpfte auf die Umstände einerseits und wurde depressiver, aggressiver und resignierter andererseits. Damals war 2007 und ich hatte UNBEWUSST bestimmt keine Lust zum Frieden.

Denn auch die vermeintlich kleinen Übergriffe oder Angriffe von Menschen auf andere Menschen zeigen allgemein eher eine unbewusste Unlust zum Frieden. Denn was ist eine unbewusste Unlust zum Frieden? Ein Mangel an Empathie und Einfühlungsvermögen. Das läuft alles im Unterbewusstsein ab.

Darum lasst den bewussten Beteuerungen, dass Krieg aller Art furchtbar ist, endlich Taten folgen! Kümmert Euch um Euer Unterbewusstsein. Hier kann jeder Einzelne in seinem ureigenem Leben beginnen, indem er einerseits sein wahres Selbst erkundet und sich seines wirklichen ureigenen Selbst bewusst wird und wenn er Kinder hat, sich um diese aufmerksam, liebe- und respektvoll kümmert.

Denn in der Kindheit bis zum 6. Lebensjahr liegt eine wichtige Ursache von Verbrechen, Kriminalität und Unfrieden. Die Erziehung, wie wir sie kennen, soll zum „guten Menschen“ und „damit aus den Kleinen mal was wird“ führen. Das hieße überspitzt, ein Kind kommt schlecht auf die Welt und ist nichts. Ein Kind kommt aber nicht „böse“ auf die Welt, sondern wird erst durch die Erfahrungen in den ersten Tagen, Wochen, Monaten, Jahren seines Lebens geformt.

Damit ein Mensch empathisch und mitfühlend wird, muss er als Kind liebevolle Zuwendung in den ersten sechs Jahren erlebt haben.

Das konnte neurologisch bewiesen werden. In Studien wurde bei schwer vernachlässigten und traumatisierten Kindern entdeckt, dass in den Bereichen des Gehirns, die die Emotionen steuern, Schädigungen vorlagen. Diese werden durch eine vermehrte Ausschüttung von Stresshormonen infolge schwerer Traumatisierung (Misshandlung, Vernachlässigung usw.) hervorgerufen und diese Stresshormone wiederum zerstören bereits existierende und frisch ausgebildete Neuronen und ihre Verbindungen im Gehirn, wo sonst der Bereich für Gefühle und Empathie liegt. Durch Vernachlässigung und harte Erziehung von Eltern, die sich ihrer eigenen verdrängten Gefühle nicht bewusst werden können oder wollen, werden „Zeitbomben“ herangezogen, die unbewusst auf Möglichkeiten warten, um zum Beispiel eine unbewusste und nie mitgeteilte Wut, die eigentlich den Eltern oder Erziehungsberechtigten galt, an anderen „Unschuldigen“ auszulassen.

Nun kann kein Kleinkind, selbst bei „normalen“ Eltern, sagen „Ey jetzt ist mal gut, ich gehe, wenn Ihr mich nicht liebevoll behandelt oder endlich mir Aufmerksamkeit schenkt. Schließlich habt Ihr mich gezeugt und nicht als ungeliebtes Geschenk zu Weihnachten unter den Tannenbaum gelegt bekommen“. Ein Säugling oder auch Kleinkind, selbst wenn es wollte, kann nicht angemessen auf unzumutbare Zustände reagieren.

Wie ich schon mehrmalig schrieb, wabern jedoch aus dieser Zeit Erfahrungen, Emotionen und Gefühle oft als Schatten durch unser Leben. Wir selber schaden uns zwar damit am meisten! Zunächst durch Krankheitssymptome. Außerdem ziehen wir immer wieder unbewusst Menschen in unser Leben, die uns daran erinnern sollen, das Thema, das dahinter liegt, zu bearbeiten.

Bearbeiten heißt für mich nicht, dass wir zu der Person hingehen und sagen „na jetzt vergebe ich Dir das“ oder „na meine Eltern sind schon alt und sie konnten auch nicht anders und schließlich sind es meine Eltern, vergeben und vergessen“. Für mich heißt Bearbeitung, dass wir nochmals in die einzelnen, diese Gefühle Trauer, Schmerz, Ohnmacht, erzeugenden Episoden, reingehen und empfinden was wir damals gefühlt haben.

Lassen wir das zu, dann ist das ein Weg in ein freies Leben. Am besten ist es, das auch mit den Eltern direkt zu besprechen. Schließlich sind wir keine Kinder mehr und das „innere Kind“ wartet darauf, dass wir uns für dieses endlich einsetzen. Unsere Eltern sterben nicht daran, dass wir sie mit manchen Ungereimtheiten unseres Lebens konfrontieren. Wir tun es für uns, unsere Gesundheit, für unsere Schwingungen, somit für unsere Lebensrealität und besonders für den Frieden und eine lebenswerte Gegenwart und Zukunft. Dann haben wir auch unbewusst Lust zum Frieden!

Ihre

Brigitte H. Alsleben

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