Warum und wann ich beschloss meine Schatten zu erkunden

Warum und wann ich beschloss meine Schatten zu erkunden

Der Punkt an dem bei mir der Druck meines Leidens so immens gewachsen war und so bedrückend sich auf meine Lebenswirklichkeit auswirkte war 2010.

Ich hatte mir den Fuß gebrochen, saß mit Gehgips, unbeweglich, übergewichtig und depressiv samt meiner wenigen noch vorhandenen Habe in einer Ein-Zimmer-Kellerwohnung. Die teilte ich mir nach Schicksalsschlägen, mit meiner Mutter (die ich auch ins Verderben mitgerissen hatte) und meinem Hund.

Meinen Partner hatte ich erfolgreich durch liebloses Verhalten in die Flucht getrieben und meine Träume, die ich überhaupt nicht kannte, von denen war ich meilenweit entfernt.

Nur meine Selbstachtung war mir nun bewusst geworden. Ich erkannte, sie war nicht nur auf Null, sie war im hohen doppelstelligen Minusbereich und ich wusste, ich musste etwas unternehmen.

So ganz langsam überlegte ich dann, als die Jammerphase sich verzog, warum und wieso das alles so gekommen war. Alles was ich in diesem Augenblick wieder von mir hörte, ja es schrie mir wieder geradezu entgegen „Du bist nicht in Ordnung! Du bist eine Versagerin! Du bist so mies! Dir steht Glück, Freude und Liebe nicht zu, Du bist es nicht wert!“

Dies hatte ich schon seit Jahren empfunden und bis dato konnte ich es, erst durch meine Arbeit, dann durch Zerstreuung, Reisen und dann durch Massenveranstaltungen und Seminare mit Ablenkung und ohne Einsamkeit erfolgreich unterdrücken.

So brauchte ich mich nicht um das, was da in mir schlummerte zu kümmern. Durch diese Zerstreuung konnte ich es vermeiden, mich mit diesen Sätzen auseinanderzusetzen. Doch wenn ich zur Ruhe kam, weil ich alleine ohne Entertainment von Bekannten/Freunden oder ohne Berieselung von Funk, Fernsehen und Musik einfach zu Sinnen kam, wurde ich auch schon wieder von dieser aggressiven Stimme immer sofort drangsaliert. Also machte ich einen Ausflug oder rief jemanden an oder, oder, oder

Doch an diesem Moment 2010 war das nicht möglich und meine Trauer und Wut so groß, als diese bösartige, schmerzende Stimme mich wieder beschimpfte, ich den Mut bekam, mich darauf einzulassen, mich wirklich mit mir und meinem Unterbewusstsein zu beschäftigen.

Ich sagte mir “wie kommst Du darauf? Was soll das? Warum?“

Sofort bekam ich eine ganz liebevolle Antwort von einer anderen Stimme : „Zeigst Du denn Dein wirkliches authentisches Ich? Bist das in den letzten Jahren alles Du gewesen? Möchtest Du alle Deine Seiten kennenlernen?“

Es kam ein ganz vorsichtiges, zaghaftes „Ja, ich will es!“ von mir an mich selbst. Von da an, verstand ich nach und nach vieles aus meiner Vergangenheit.

Dass wir alles in uns haben, was wir für ein kraftvolles, freudiges, liebevolles und reiches Leben benötigen. Und dass diese liebevolle innere Stimme, die als Vorschlag, Intuition oder auch als Eingebung immer um uns herum ist. Unser Ego ist nicht unser ureigener Kern und schon garnicht unsere Innere Stimme.

Nur manchmal hören wir es nicht oder wollen es nicht hören oder unser „Ego“, diese bösartige, aggressive Stimme, will seine Macht nicht verlieren und möchte deshalb lieber, dass wir uns ablenken. Es treibt uns an und macht uns Angst. Es drängt uns in die Illusion, dass wenn wir uns unsere unbewussten Seiten näher betrachten, etwas ganz schlimmes passiert.

Doch wie sagte Madame Curie einmal „Was man zu verstehen gelernt hat, fürchtet man nicht mehr.“

Das war ein zündender Funke für mich, meine unbewussten, ungewünschten Seiten zu entschlüsseln. Ich wollte wissen, warum und weshalb ich in diese Lage gekommen bin und endlich Frieden mit mir und all meinen unbewussten Seiten schließen. Denn ich wusste auf einmal, sie sind kein Ballast, den ich unterdrücken und trotzdem mit dem unsichtbaren Rucksack auf meinem Rücken mitschleppen muss, sondern ein Gewinn, wenn ich sie mir erschließe.

Dazu bald mehr

Ihre Brigitte H. Alsleben

Die Kommentare sind geschloßen.
error: Content is protected !!