Wer ist Henry David Thoreau?

Wer ist Henry David Thoreau?

„Könnte es nicht eine Regierung geben, in der nicht die Mehrheit über Falsch und Richtig befindet, sondern das Gewissen? […] Muss der Bürger auch nur einen Augenblick, auch nur ein wenig, sein Gewissen dem Gesetzgeber überlassen? Wozu hat denn jeder Mensch ein Gewissen? Ich finde wir sollten erst Menschen sein, und danach Untertanen.“ Henry David Thoreau US-amerikanischer Schriftsteller und Philosoph (1817-1862)

Henry David Thoreau wurde 1817 im US-amerikanischen Staat Massachusetts als Sohn eines Bleistiftfabrikanten geboren.
Zu seinen Lebzeiten , 1817 bis 1862, wurde Thoreau mit seinem Hang zur Einfachheit und Natur für einfältig und wahrscheinlich etwas verrückt gehalten. Er war Dichter, Schriftsteller, Naturbeobachter, Aussteiger und Rebell. Er lebte seine Überzeugungen, sei es die Einfachheit im Alltag oder ein Leben als Einsiedler in der Natur, in der er von 1845-1847 am Walden-See lebte. Sein wohl bekanntestes Werk „Walden“ erzählt von dieser Erfahrung der Einsamkeit und Intensität.

„Thoreau, ist es “ darum gegangen, das „Mark des Lebens auszukosten“, ganz und gar in der Gegenwart zu leben und dafür den Tand des profanen Alltags abzustreifen. Sinn und Geist zusammenzubringen, das sei sein Ziel gewesen. Thoreau wollte gleichsam mit seinem Geist „eintauchen“ in die Natur, durchaus auch in ihrer Dramatik und Brutalität, und dabei die Vielfalt entdecken: Die Vielfalt der Beeren, des Holzes, der Stimmen.“ Weiter meint Thomä, „sei Thoreau der heutige Trend zu Körperkult und Selbstoptimierung gänzlich fern gewesen. Den Sklaventreiber in uns hat er verachtet, auch Selbstkontrolle lehnte er ab. Dem heutigen Zwang zum ständigen Vergleich mit anderen, wie er sich in der Quantified Self-Bewegung manifestiert, hätte Thoreau eine klare Absage erteilt: Man könne nach Thoreau sein Selbstwertgefühl nicht daraus ableiten, wie andere sich fühlen.“ (Dieter Thomä Philosoph zu seinem 200. Geburtstag 2017)

Er trat für eine Entschleunigung und die Pflicht zum Ungehorsam ein und verbreitete dies mit vielen Vorträgen und seinen Büchern. Da Henry David Thoreau gegen Gewalt und er ein entschiedener Gegner der Prügelstrafe an Schulen war, entschloss er sich, seine Arbeit als Lehrer aufzugeben.

Mit einem Essay über zivilen Ungehorsam hat der Harvard-Absolvent viele Menschen zum gewaltlosen Widerstand ermutigt. Er „verteidigte dort das Recht, dem Staat den Gehorsam aufzukündigen, wenn unter seiner Ägide Dinge geschehen, die Menschen aus Gewissensgründen nicht mittragen wollen. Für ihn war das die Sklaverei in den Vereinigten Staaten und der Krieg gegen Mexiko zur Erweiterung des Staatsgebietes.“ (Zitiert aus „Erst Mensch, dann Untertan“ von Gunnar Lammert-Türk)

In seiner Schrift über den zivilen Ungehorsam steht der Satz, den ich für einen der wichtigsten halte:

„Wenn aber das Gesetz so beschaffen ist, dass es dich zwingt, einem anderen Unrecht anzutun, dann, sage ich, brich das Gesetz. Mach dein Leben zu einem Gegengewicht, um die Maschine aufzuhalten.“

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