Warum sich als Erwachsener überhaupt noch mit seiner frühesten Kindheit beschäftigen?

Warum sich als Erwachsener überhaupt noch mit seiner frühesten Kindheit beschäftigen?

Fragst Du Dich häufig, warum passiert gerade mir das, oder gibt es Ereignisse, die sich in Deinem Leben immer wieder aufs Neue wiederholen?

Vielleicht hilft Dir hier meine Erfahrung.

Jahrzehntelang habe ich immer beziehungsunfähige oder sogar gebundene Partner in mein Leben gezogen. Es war einmal sogar so, dass ich Panik bekam, als ein Mann sich von seiner Freundin getrennt hatte, und nun wohl mit mir zusammenkommen wollte, denn er war eigentlich überhaupt nicht mein Typ, aber um überhaupt einen zu haben, war ich mit ihm zusammen. Dies geschah alles unbewusst. Ich konnte/wollte einerseits nicht alleine sein, aber andererseits konnte und wollte ich keine feste Beziehung. Und warum wollte ich keine feste Beziehung? Ich ging davon aus, dass der sowieso auch wieder geht und mich verlässt. Aber andererseits habe ich für eine von meiner Seite aus „großen Liebe“ einen Kredit aufgenommen, ihn geradezu angebettelt das Geld zu nehmen, um seine Werbeagentur zu retten. Mit dem unbewussten Gedanken, dann muss er ja aus Dankbarkeit bei mir bleiben. Blieb er natürlich nicht. Er brauchte ja mehr Geld und ich machte die Erfahrung „verlassen zu werden.“ Ich sagte damals oft zu mir, „die Männer, die ich will, wollen mich nicht und immer kommen nur die, mit denen ich nichts anfangen kann“. Also das Dilemma einerseits suchte ich einen festen Partner und wenn ich ihn hatte, ging ich oft in die Flucht, weil ich es nicht ertragen konnte.

Erst als ich vor ein paar Jahren aufgrund meiner Studien auf das Buch von Daniel Dufour „Das verlassene Kind“ gestoßen bin, kam mir der Gedanke, dass da etwas in meinem Unterbewusstsein schwelt. Wie ich in meinem Buch immer wieder schreibe, da war eine unbewusste Inkompetenz in Form einer mir unbewussten Überzeugung „Ich werde sowieso immer wieder verlassen und dann ist mein Leben in Gefahr“. Dies wollte ich mir bewusst machen, um sie, durch das erkennen und zulassen aus meinem Leben zu entlassen. Denn ich war ja nicht mehr das ausgelieferte Kind von damals, sondern eine Erwachsene, die selbst aktiv und meine Welt gestalten kann. Die Erfahrung, die hinter dieser Überzeugung gestanden hat, hat mir meine Mutter erzählen können. Ich bin in einem katholischen Krankenhaus in Berlin-Dahlem geboren worden. Da meine Mutter nicht stillen konnte und es auch nicht üblich war, dass Babys bei ihren Müttern sind, sondern im Saal mit den anderen Babys, bin ich wohl die ersten zehn Tage, bis zu ihrer Entlassung aus dieser Klinik nur einige wenige Male in ihre Nähe gebracht worden. Das war wohl der Grund, dass ich mich alleingelassen fühlte und nach Wut, Trauer und Angst wohl die Überzeugung bekam, „ich muss alles alleine regeln und bin allein auf mich gestellt“. Tatsächlich ist es heute noch so, dass ich mir ungern Hilfe suche.

Kernüberzeugungen, die sich in der frühesten Kindheit gebildet haben, haben wir damals für wahr gehalten. Veranschaulicht an meinem Beispiel: Baby Gitti fühlte im Sinne von „Ich bin verlassen worden von der ganzen Welt und ich bin wertlos“. Diese ist ungeprüft und unkontrolliert in meinem Unterbewusstsein gelandet. Ich konnte ja damals nicht fragen „Hey was ist los, warum komme ich nicht zu meiner Mutter?“ Und so hat diese Überzeugung mein Denken und Fühlen immer unbewusst beeinflussen können und durch das Resonanzgesetz mir regelmäßig Bestätigungen dieser Überzeugung geschickt.

Heute, wo mir das bewusst ist und ich daran arbeiten konnte und noch kann, bin ich in der Lage eine Beziehung einzugehen, ohne dass ich gleich daran denke, „na der wird mich auch verlassen“ und mich dementsprechend vorher schon unmöglich verhalte (unbewusst Denken„dann bleibt er gleich weg und ich werde nicht wieder verlassen“) Andererseits habe ich es auch nicht mehr nötig mir meine Partner, mit Geld oder mit Aufgabe meines eigenen Wollens zum Bleiben zu animieren. Ich kann warten und führe ein zufriedenes, freudiges Single-Leben, jedoch mit der Lust eine Beziehung einzugehen, wenn sich etwas ergeben sollte. Denn es kommt zusammen, was zusammen gehört. Jetzt liebe ich mich selbst schon so sehr, dass ich mich freue, Liebe an meinen zukünftigen Partner abzugeben und auch annehmen zu können. Denn das war auch ein Problem, wegen des Wertlosigkeitsgefühls, dass ich dachte „na der will doch etwas, wenn er Komplimente und Liebeserklärungen machte“.

Ich hatte durch das Erkennen meiner Kernüberzeugungen die Gelegenheit, mich weiterzuentwickeln. Außerdem kann man sich von Kernüberzeugungen erst dann lösen, wenn man sich ihrer bewusst wird. Und unbewusste Kernüberzeugungen sind oft hinderlich für ein erfülltes Leben.

All dies sind doch Argumente dafür, sich seiner unbewussten Kernüberzeugungen aus der frühesten Kindheit bewusst zu werden, oder?!

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