Einfach mal innehalten und der eigenen Seele zuhören!

Einfach mal innehalten und der eigenen Seele zuhören!

Es ist Winter! Hier in Bayern mit all seinen normalen Nuancen, Schneefall – Glätte usw. Und gleich kommen wieder die Rufe nach Frühling und warum es nicht immer Sommer sein kann. Doch der kann nicht ohne Winter, ohne Ruhe- und Reifezeit kommen. Genauso wie wir nicht ohne Regeneration und Schlaf auskommen, so muss die Natur den Winter haben. Aber das ist ein anderes Thema. Wie ist es bei Ihnen?

  • Können Sie es ertragen, mindestens zehn bis fünfzehn Minuten allein einfach nur zu sitzen und nichts zu tun?
  • Keine Ablenkung, einfach nur seine Gedanken beobachten oder schweifen lassen?
  • Also eine Viertelstunde gewollte Langeweile? Fünfzehn Minuten nichts tun, sich nichts anhören, nichts im Fernsehen ansehen, nichts auf dem Smartphone betrachten aber auch gar nichts machen? Nur dasitzen?

Das können Sie sich nicht leisten? Auch wenn Sie wüssten, dass Sie sich selbst damit am meisten schaden und es manchmal vom sog. Schicksal auferlegt bekommen.

Ich konnte das früher auch nicht. Es war für mich das Schlimmste, denn dann wären manche Dinge hochgekommen, die ich doch so schön unter einer dicken Schicht aus Ablenkung, Beschäftigung und Arbeit verdrängt habe. Schnell einen Ausflug machen, oder Fernsehen an. Sich ergötzen am gezeigten, nachgespielten Leid im sog. Reality-TV. Oder ich konnte zum Beispiel schwer allein sein, habe andere als Entertainer missbraucht. Ja sie haben richtig gelesen, es ist ein Missbrauch von anderen Menschen, nur weil man nicht gern allein ist, den anderen auf den Wecker zu gehen, ihn anzurufen im besten, oder am besten gleich vor der Haustür zu stehen im schlimmsten Fall. Denn es geschieht aus reinem Eigennutz. Zum Glück hatte ich damals eine sehr radikale Uni-Freundin, die mir die Leviten las und sich solche Überraschungsbesuche, die ohne triftigen Grund stattfanden, verbat. Damals habe ich sie nicht verstanden. Heute finde ich es klasse, dass sie so reagiert hat. Es ist schließlich ihr Leben gewesen, das ich störte.

Oder wenn eine andere Freundin mich anrief und ohne zu fragen, ob es mir passt und wenn doch dann dies zwar hörte aber gar nicht zur Kenntnis nahm und weiterredete. Bis zu drei Stunden hatte ich dann ihr trauriges Leben mir anzuhören. Es war wirklich manchmal so, dass ich den Hörer beiseite legte und sie das gar nicht mitbekam. Meistens musste ich zum Trick greifen, selbst die Haustürklingel zu betätigen, dann konnte ich endlich auflegen. Verstehen sie mich nicht falsch, wenn Not am Mann ist und wirklich etwas passiert ist, bin ich natürlich da. Aber nur als Zeit-Totschläger? Nein!

Jedoch mir ging es damals genauso, ich wollte mich nicht mit mir selbst beschäftigen und bloss keine Zeit nur mit mir verbringen.

Heute liebe ich es und es sind die kreativsten Minuten. Mein Innerstes hat endlich die Möglichkeit, mir die bereits in mir selbst angelegten Lösungsvorschläge für meine Fragen oder Projekte zu unterbreiten.

Das war jedoch nicht immer so, ich musste bis vor neun Jahren buchstäblich ausgebremst werden, von immer anderen Vorkommnissen, die mich dann einfach dazu zwangen ruhig zu werden. Da fragte ich mich dann stets: “ Und warum passiert gerade mir das wieder?“, “ ja, weil Du sonst nicht auf mich, deine Seele, gehört hättest, Sorry es ging nicht anders.“

Diese Art von Aufdecken eigener ungewollter Anteile ist auch wieder Selbstliebe.

Aber zurück zum Thema, probieren Sie es aus, wenigstens ein paar Minuten nur sich selbst und die hochkommenden Gefühle zu beobachten. Lassen sie Trauer, Wut, Ohnmacht, Ängste zu. Denn auch wenn sie diese weiterhin verdrängen  wollen, diese ungewünschten Gefühle, die da hoch kommen, sind trotzdem da. Und die können ungewünschte Nebenwirkungen für das eigene Leben haben, wenn man sie nicht endlich anerkennt. Jedoch einem dann auch helfen, etwas zu korrigieren in Richtung eigenem Wunschleben. Wut beispielsweise ist eine sehr gute Antriebsenergie etwas im eigenen Leben zu ändern. Denn wer kann im eigenem Leben etwas verändern? Nur man selbst! Niemand anders! Und nur man selbst hat diese Pflicht und Schuldigkeit sich selbst gegenüber! Nicht Ihr Partner, nicht Ihre beste Freundin, nicht Ihr Chef, nicht Ihr Nachbar.

Niemand ist dazu da, Sie glücklich zu machen, nur Sie selbst.

Ihre Brigitte H. Alsleben

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