An seinen Schatten arbeiten

An seinen Schatten arbeiten

Konntet Ihr zu Euren Eltern als Baby oder Kleinstkind sagen „Ey jetzt ist mal gut, ich gehe“?

Eher nicht, denn selbst wenn Ihr es wolltet, konnten wir nicht angemessen auf unzumutbare Zustände reagieren.

Aus dieser Zeit wabern oft Schatten und wir ziehen immer wieder unbewusst Menschen in unser Leben, die uns daran erinnern sollen, das Thema, das dahinter liegt, zu bearbeiten.

Bearbeiten heißt für mich nicht, dass wir zu der Person hingehen und sagen „na jetzt vergebe ich Dir das“ oder „na meine Eltern sind schon alt und sie konnten auch nicht anders und schließlich sind es meine Eltern, vergeben und vergessen“.

Für mich heißt Bearbeitung, dass wir bei Auslösern überlegen, woran erinnert mich das? Oder mit den Eltern direkt sprechen.

Schließlich sind wir keine Kinder mehr und das „innere Kind“ wartet darauf, dass wir uns für dieses endlich einsetzen. Unsere Eltern sterben nicht daran, dass wir sie mit manchen Ungereimtheiten unseres Lebens konfrontieren. Wir tun es für uns.

Ich litt zum Beispiel unter Verlassenheitsangst, die ich bis vor kurzem weder erkannte noch verstand, bis ich las, dass der Geburtsprozess und das Procedere danach ein Schock sein können. Ich fragte also meine Mutter danach, die mir daraufhin erzählte, dass sie mich nach der Geburt, weil sie nicht stillen konnte, eigentlich die 7 Tage bis zur Entlassung aus dem Krankenhaus gar nicht gesehen hatte, ich somit im Säuglingssaal allein lag, und ich ihr völlig fremd dann auch war.

Aber es sind nicht die Taten selbst der Eltern, sondern die eigene Reaktion des Kleinstkindes auf diese Aktivitäten, die Überzeugungen wie beispielsweise „ich bin wertlos, sonst würden Mama und Papa nicht weggegangen sein oder wären jetzt hier bei mir“ bewirkt haben.

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Eure Brigitte H. Alsleben

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